Marktmonitor Immobilien 2014

Stephan Kippes

Das Jahr 2013 zeichnete sich wieder durch eine große Dynamik aus. Bundesweit wurden 2013 nach Ermittlungen des IVD-Instituts Immobilien im Wert von über 183,3 Mrd. Euro umgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Veränderung bei  plus 9,0 Prozent oder 15,1 Mrd. Euro. Die Verlagerung von anderen Anlageformen in die diversen Immobilien Asset-Klassen hielt an. Gleichzeitig deuten sich große Veränderungen durch die Bundestagswahl im September 2013 und die neu gebildete große Koalition an. Diese Entwicklungen werden auch das Jahr 2014 stark mitprägen. Stichworte sind hier etwa die Themen Kappungsgrenzen, Mietpreisbremse und Bestellerprinzip.

In diesem Zusammenhang gewinnt für viele Immobilienspezialisten das Thema Objektakquise eine immer größere Bedeutung. 2014 wird, das ist damit vorprogrammiert, wieder ein bewegtes Jahr für die Immobilienwirtschaft werden.

Vor diesem Hintergrund bewegt sich der schon fast schon zur Tradition gewordene Marktmonitor Immobilien. Er liefert wieder in bewährter Weise empirische Daten zu zentralen immobilienwirtschaftlichen Fragestellungen und zeigt die wichtigsten Trends auf. Im Marktmonitor Immobilien werden bestimmte Fragenkomplexe jährlich erhoben und durch weitere wechselnde Themen abgerundet. Im Mittelpunkt der Studie von 2014 stehen nach der Darstellung des Forschungsdesigns die Themen Energieeffizienz, der Einfluss sozialer Netz auf die Immobilienvermarktung.

Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle wieder an Barbara Schmid, Matthias Dittmann, Karen Müting und Claudia Franke von der Immowelt AG, die diese Untersuchung in bewährter Weise sehr engagiert unterstützt haben.

Nach der sehr positiven Resonanz auf den Marktmonitor Immobilien seit 2010 wollen wir dieses empirische Projekt auch in den Folgejahren weiter fortsetzen und durch weitere wichtige Fragestellungen ergänzen.

Ihr

Prof. Dr. Stephan Kippes

Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
– Nürtingen-Geislingen University
Studiengang Immobilienwirtschaft/Department of Real Estate
Professur für Immobilienmarketing und Maklerwesen
Parkstr. 4
73312 Geislingen/Steige
Tel. 07331/22-537, -560 Fax
stephan.kippes@hfwu.de

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Energieeffizienz als Vermarktungsfaktor

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 bringt einige Neuerungen mit sich. Sie betreffen den Energieausweis, aber auch die Anforderungen an Immobilien.

Immobilienprofis stehen dem neuen Energieausweis skeptisch gegenüber. Er ist nach Meinung vieler Makler trotz der Einführung von Energieeffizienzklassen nicht transparent genug, beinhaltet zu wenig relevante Informationen und kann vom Immobilienverkäufer oder -vermieter leicht umgangen oder gar gefälscht werden.

Die EnEV 2014 sieht außerdem vor, dass Immobilienbesitzer unter bestimmten Voraussetzungen ihre Immobilie nachrüsten müssen. Verschärft wird diese Regelung, die zum Teil schon in älteren EnEV-Versionen existiert, durch Bußgelder. Eben jene Verschärfung war vielen Maklern und auch ihren Kunden nicht bewusst. Was die Folgen angeht, sind die Makler unterschiedlicher Meinung. Die einen befürchten, dass die Mieten steigen werden, andere glauben, dass gar nichts passiert. Und zwar deshalb, weil Besitzer nicht mit staatlichen Kontrollen rechnen und die Nachrüstung einfach unterlassen.

Entscheidungskriterien bei der Immobiliensuche

Das wichtigste Merkmal von Kauf- und Mietimmobilien ist nach wie vor ihre Lage. Kaum eine Rolle spielt dagegen die Energieeffizienz. Sie ist für viele Interessenten sogar unwichtiger als beispielsweise die Optik einer Immobilie. Ein schlechtes soziales Umfeld ist der wichtigste Grund dafür, sich gegen eine Immobilie zu entscheiden. Auch dunkle Immobilien mit kleinen Fenstern sind unbeliebt oder solche, bei denen eine Möglichkeit fehlt, einfach ins Freie zu gelangen: Wohnungen ohne Balkon, Garten oder Terrasse lassen sich schwerer vermitteln.

Das Kapitel zeigt, dass Immobiliensuchende in Kleinstädten am anspruchsvollsten sind. Hier ist der Wohnmarkt oft nicht so angespannt wie in denen Ballungsräumen: Die Auswahl ist vergleichsweise groß, die Konkurrenz unter den Suchenden relativ gering. So können sich Immobiliensuchende eben jene Ansprüche leisten. In Städten dagegen müssen sie oftmals das erste nehmen, was ihnen in die Finger kommt.
 

Social-Media-Netzwerke als Marketinginstrument

Bereits im vergangenen Jahr wurde mit der Kundenbindung ein Teilbereich des Marketings herausgegriffen und untersucht, wie dieser in der Immobilienbranche umgesetzt wird. Dieses Jahr sind die Social-Media-Netzwerke Thema. Das Kapitel zeigt, wie intensiv Immobilienprofis soziale Netzwerke zur Immobilienvermittlung einsetzen und welche speziellen Hoffnungen und Ziele sie damit verbinden. Es zeigt aber auch Enttäuschungen auf: nicht alle Erwartungen, insbesondere was den Einsatz der sozialen Netzwerke zu Akquise- und Vermittlungszwecken angeht, werden erfüllt.

Zwar wollen auch weiterhin immer mehr Makler die sozialen Netzwerke für sich nutzen, doch herrscht weitläufig Unsicherheit darüber, wie genau dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann. Messbare Erfolge gibt es nur selten. Und die Hoffnungen der Neueinsteiger und Erfahrungen der alten Hasen gehen an manchen Punkten weit auseinander.
 

Informationen zur Studie

Der Marktmonitor Immobilien ist schon seit 2010 eine Zusammenarbeit von Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen und immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale. Ziel der Studie ist es, die aktuelle Lage der deutschen Immobilienwirtschaft zu beleuchten und zu interpretieren. Dafür werden jeweils relevante Einzelthemen herausgegriffen und beleuchtet.

Die Daten für den Marktmonitor Immobilien 2014 wurden von 24. Januar bis 10. Februar 2013 erhoben. Die Ziehung der Stichprobe und die Befragung der Unternehmen fand innerhalb des Immobilien-Professional-Panel (IPP) statt, einem geschlossenen Panel, dem ausschließlich Fachleute von Unternehmen aus der Immobilienbranche angehören. Aufgrund der ausgewiesenen Expertise dieser Panel-Teilnehmer ist es möglich, zuverlässige Ergebnisse zu generieren.

Das IPP basiert auf der Kundendatenbank der Immowelt AG (Nürnberg), in der ca. 35.000 gewerbliche Immobilienvermittler und -anbieter aus ganz Deutschland vertreten sind. Nach Bereinigung der Rohdaten (Abbrecher, Plausibilitätskontrolle) flossen die Antworten von 466 Unternehmen in die Analyse mit ein. Nach aller methodischen Sorgfalt und unter Berücksichtigung der Quellenlage kann der Marktmonitor Immobilien 2014 als repräsentativ für gewerbliche Immobilienvermittler und -anbieter in Deutschland mit Zugang zum Internet gelten.

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