Über den Immobilien-Konjunktur-Index

Der Immobilien-Konjunktur-Index (IKI) ist ein Geschäftsklimaindex für die Immobilienwirtschaft mit dem Schwerpunkt Wohnimmobilien. Er dient als Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung der Immobilienbranche. Die Datenbasis des IKI sind die Ergebnisse vierteljährlicher Befragungen von auf dem Markt agierenden Fachleuten. Um eine hohe Qualität und Aussagekraft der Befragungen zu gewährleisten, werden diese im Immobilien-Professional-Panel (IPP) der Immowelt AG durchgeführt. Die Experten geben eine Einschätzung zur aktuellen Geschäftslage ihres Unternehmens sowie zum Angebot und zur Nachfrage bei Wohnimmobilien ab. Dabei können die Makler die aktuelle Lage von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ und die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten mit „deutlich verbessern“ bis „deutlich verschlechtern“ bewerten. Zusätzlich können die Immobilienprofis ihre Einschätzung zur Preisentwicklung bei Miet- und Kaufimmobilien abgeben, der als gesonderter Teilindex berücksichtigt wird. Erhoben wird der IKI seit dem zweiten Quartal 2011. Das Basisjahr wurde auf 2016 festgelegt.

Das Basisjahr 2016

Der Durchschnitt des Jahres 2016 stellt den Basiswert dar. Er setzt sich aus den Ergebnissen der vier Quartalsbefragungen zusammen. Zu Beginn 2016 lag das Geschäftsklima bei soliden 101,7 Indexpunkten. Damit konnte sich die Wohnimmobilienwirtschaft leicht von den massiven gesetzlichen Neuerungen wie dem neuen Widerrufsrecht, der Mietpreisbremse und vor allem dem Bestellerprinzip des Vorjahres erholen. Dennoch trübte sich das Geschäftsklima im Jahresverlauf leicht ein und der Wert sank bis zum 4. Quartal um 3,7 Punkte.

Die verbesserte Entwicklung gegenüber dem Vorjahr lässt sich ebenfalls in den Bilanzen der deutschen Wirtschaft und auch innerhalb der Eckdaten des Immobilienmarktes 2016 finden. Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2016 (gegenüber dem Vorjahr) um 1,9%, die Inflation lag bei 0,5% und auch die Kaufkraft der Bevölkerung nahm um 2% zu.  Gleichzeitig legte die Zahl der Baugenehmigungen und Baufertigstellungen zu. 375.400 genehmigte Wohnungen entsprachen nicht nur einem Anstieg von rund 22% gegenüber 2015, sondern stellten auch einen neuen Spitzenwert seit 1999 dar. Bei den Baufertigstellungen wurde der Vorjahreswert um 12% übertroffen. Mehr fertiggestellte Wohnungen gab es zuletzt 2004. Des Weiteren lag der mittlere Zins für Wohnungsbaukredite mit einer Laufzeit von über 5 bis 10 Jahren mit 1,60% p.a. nochmals unter dem Vorjahresniveau von 1,84% p.a. Dennoch muss die Zinsentwicklung vor dem Hintergrund steigender Kaufpreise skeptisch gesehen werden. Die Angebotspreise für Wohnimmobilien sind innerhalb von 2015 zu 2016 um 9% bzw. im Vergleich zum Anfang des Erhebungszeitraums des IKI um 39% gestiegen. Neben der gestiegenen Kaufinteressentennachfrage spielt hier die Entwicklung des Baupreises eine wichtige Rolle, der zwischen 2011 und 2016 um rund 10% zugelegt hat. Nach den Turbulenzen 2015 war das Basisjahr 2016 überwiegend von wirtschaftlicher Stabilität und insgesamt guten Rahmenbedingungen für den deutschen Wohnimmobilienmarkt geprägt. 

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